Mittwoch, 21. September 2011

…im Sportgeschäft…

…bin ich auf der Suche nach einem Skateboard. Nicht für mich, Gott bewahre. Meine wenig hoffnungsvolle Rollbrettkarriere endete schon vor mehreren Jahrzehnten – tragisch, aber davon will ich jetzt gar nicht reden. Und eigentlich geht es ja auch nicht um das Skateboard, sondern um den zufälligen Bikini.

So ein Bikini, muss man wissen, ist gar nicht so leicht zu finden. Nämlich: passt das Oberteil, kneift die Hose. Passt die Hose, schlabbert das Oberteil. Passt die Farbe, ist der Schnitt indiskutabel. Passt wider Erwarten einmal alles, ist der Preis garantiert eine Zumutung. Umso größer also meine Freude, als ich vollkommen unerwartet in der Sonderangebotsecke einen Alles-sogar-die-Farbe-passt-Bikini entdecke, für - festhalten- unglaubliche 10 (in Worten: zehn) Euro!!!

Hahahaha! Ich bin die Schnäppchenkönigin! Vergessen ist das Skateboard (damit tut man sich doch sowieso nur weh), ich schreite triumphierend zur Kassa und übergebe locker-lässig meine Beute dem Bezahlpersonal. Die junge Dame mustert meinen perfekten Bikini, runzelt die Stirn, zückt einen Kugelschreiber und beginnt, auf den am Bikini befestigten Preiszetteln herumzukritzeln. Ich traue meinen Augen nicht: die reduzierten 10 Euro wurden nochmals spontan auf 3,98 Euro reduziert!!!

Hahahaha! Jedoch: „Stimmt was nicht mit dem Bikini?“ frage ich sicherheitshalber. Die Kassiererin blickt sich verstohlen um, beugt sich zu mir und raunt mir in verschwörerisch-mitleidigem Tonfall zu: „Das ist ein Vorjahresmodell.“ Dann lehnt sie sich wieder zurück und gibt mir mit ihrem etwas zu langen Blick stumm zu verstehen, dass da wohl echt was schief gelaufen ist in meinem Leben.

He! Was soll das? Dieser Bikini ist doch eine Occasion, ein Geheimtipp! Kein Verlegenheitskauf! (Oder?) Und was bitte soll ich jetzt den anderen Schwimmsachen zu Hause erzählen, die ich alle schon viel länger als eine Saison besitze? Ich erwäge kurz, rot zu werden, verwerfe die Idee aber wieder, bezahle mein Retro-Sammlerstück und verschwinde möglichst unauffällig.

Als ich ein paar Tage später im Schwimmbad jemandem in „meinem“ neuen Vorjahres-Bikini begegne, ist die Welt spontan wieder in Ordnung. Ob sie wohl weiß, dass ich weiß… Hahahaha!

Freitag, 1. April 2011

…vor dem Fernseher…

… durfte ich endlich mal wieder in der wunderbaren Welt der TV-Ärzte versinken. Das passiert in letzter Zeit leider viel zu selten, denn wegen des immer lauter werdenden Protests aus meinem unmittelbaren Umfeld musste ich meinen Weißkittel-Konsum leider Gottes auf ein (für mich) absolut notwendiges Minimum reduzieren.

Ich verstehe es ja selber nicht so ganz – schließlich gehe ich nicht besonders gerne zum Arzt. Im Gegenteil, ich mache mir ordentlich ins Hemdchen, wenn ich denn auch mal zum Onkel Doktor muss. Ich hasse Wartezimmer, und ich verabscheue den unaufdringlich-aufdringlichen Geruch in Krankenhäusern. Aber wenn die Signation meiner Lieblings-Krankenhausserie ertönt, sind die Erinnerungen an das wahre, schnöde Patientendasein wie weggewischt.

Da bewundere ich dann die unglaublich jungen und feschen Assistenzärzte, die mit unerschütterlichem Ehrgeiz und unerschöpflicher Energie 60-Stunden-Dienste verrichten, die meisten ihnen anvertrauten Leben retten und nachher einen trinken gehen. Nach nur drei Stunden Schlaf sind sie wieder auf den Beinen und bereit, im nächsten Megadienst alles zu geben und von ihren unglaublich kompetenten und feschen Vorgesetzten zu lernen. Inklusive Pantscherl, im Bereitschaftsraum (wieso platzt da eigentlich nie einer rein?).

Sie tragen niemals zwei Mal die gleichen Klamotten (Krankenhauskluft ausgenommen). Sie haben keine Augenringe und bis auf wenige Ausnahmen überschlanke Körper, obwohl sie dauernd essen. Sie saufen, als gäbe es kein Morgen, obwohl sie jederzeit wegen eines Notfalls angepiept werden könnten. Und jeder Krankenhausangestellte hat mit mindestens zwei seiner Kollegen schon mal was gehabt. Und das Allerbeste: sie finden jederzeit und immer die richtigen, einfühlsamen oder auch mal harten Worte. So treffsicher könnte ich auch nach drei Stunden Nachdenkzeit und mit Spickzettel nicht formulieren.

Und ja, wenn ich das so lese, finde ich auch: ausgemachter Dummfug. Andererseits – könnte ich mir aussuchen, welcher Arzt meine saftige Erkältung therapieren soll…