… durfte ich endlich mal wieder in der wunderbaren Welt der TV-Ärzte versinken. Das passiert in letzter Zeit leider viel zu selten, denn wegen des immer lauter werdenden Protests aus meinem unmittelbaren Umfeld musste ich meinen Weißkittel-Konsum leider Gottes auf ein (für mich) absolut notwendiges Minimum reduzieren.
Ich verstehe es ja selber nicht so ganz – schließlich gehe ich nicht besonders gerne zum Arzt. Im Gegenteil, ich mache mir ordentlich ins Hemdchen, wenn ich denn auch mal zum Onkel Doktor muss. Ich hasse Wartezimmer, und ich verabscheue den unaufdringlich-aufdringlichen Geruch in Krankenhäusern. Aber wenn die Signation meiner Lieblings-Krankenhausserie ertönt, sind die Erinnerungen an das wahre, schnöde Patientendasein wie weggewischt.
Da bewundere ich dann die unglaublich jungen und feschen Assistenzärzte, die mit unerschütterlichem Ehrgeiz und unerschöpflicher Energie 60-Stunden-Dienste verrichten, die meisten ihnen anvertrauten Leben retten und nachher einen trinken gehen. Nach nur drei Stunden Schlaf sind sie wieder auf den Beinen und bereit, im nächsten Megadienst alles zu geben und von ihren unglaublich kompetenten und feschen Vorgesetzten zu lernen. Inklusive Pantscherl, im Bereitschaftsraum (wieso platzt da eigentlich nie einer rein?).
Sie tragen niemals zwei Mal die gleichen Klamotten (Krankenhauskluft ausgenommen). Sie haben keine Augenringe und bis auf wenige Ausnahmen überschlanke Körper, obwohl sie dauernd essen. Sie saufen, als gäbe es kein Morgen, obwohl sie jederzeit wegen eines Notfalls angepiept werden könnten. Und jeder Krankenhausangestellte hat mit mindestens zwei seiner Kollegen schon mal was gehabt. Und das Allerbeste: sie finden jederzeit und immer die richtigen, einfühlsamen oder auch mal harten Worte. So treffsicher könnte ich auch nach drei Stunden Nachdenkzeit und mit Spickzettel nicht formulieren.
Und ja, wenn ich das so lese, finde ich auch: ausgemachter Dummfug. Andererseits – könnte ich mir aussuchen, welcher Arzt meine saftige Erkältung therapieren soll…
