…kann ich mich eigentlich nur noch
wundern. Aber von Anfang an. Ich bin in meiner Eigenschaft als
„Platinum-Kunde“ vor Ort. Solcherart veredelt halte ich meinen
„persönlichen Gutschein“ über „minus 18 Prozent auf einen
Artikel Ihrer Wahl“ in den Händen. Aber nur an diesem bestimmten
„Freitag und Samstag“. Da kommt Freude auf – und natürlich
Druck. Ich meine, „minus 18 Prozent“ sind doch keine Kleinigkeit!
Die wollen wohl überlegt sein!
Deswegen wurde schon im Vorfeld eifrig
Skigewand probiert, gemessen, für trag- bzw. untragbar befunden. Die
gute Nachricht: eigentlich haben wir fast alles. Die schlechte:
Junior 1 braucht eine Fleecejacke. Die noch schlechtere Nachricht:
das Sportgeschäft hat rechtzeitig zu den Platinum-Tagen die
interessante Ware ins Lager geräumt. Aber! Ich! Will! Doch! Den!
Gutschein! Einlösen!
Handschuhe. Dringend, beschließe ich.
Die werden sie schon nicht versteckt haben, denke ich. Und siehe da:
Handschuhe gibt es wirklich jede Menge. Alle erdenklichen Formen und
Farben, in dick und in dünn, in teuer und günstig. Allerdings für
Herren. Ich streife durch das Geschäft, fange einen Verkäufer ein
und frage mutig nach den Damenhandschuhen (schließlich bin ich ja
immer noch „Platinum-Kunde“). Der Herr legt die Stirn in Falten,
denkt (?), deutet auf das Regal neben mir und antwortet bedächtig:
„Das hier sind Laufhandschuhe.“
Jetzt entsteht eine kurze Diskussion,
die ich in diesem Rahmen nicht wiedergeben möchte. Jedenfalls lerne
ich daraus, dass man als Frau nicht zu kleinlich sein darf. Hand ist
Hand, egal was auf den Schildern drauf steht. Mit „Herren“ sei eh
„für alle“ gemeint. Das mache die Zentrale immer so.
Das ärgert mich dann schon ein
klitzekleines bisschen. Vor allem, als ich den Ständer mit den
„Damen-Skihandschuhen“ passiere. Ich verwerfe den Handschuhplan.
Socken. Dringend, beschließe ich. Und
ohne Schmäh und ganz ehrlich, es gibt bloß... na? Richtig,
Herrensocken. Ausnahmslos. Nur der Doppelpack in Größe 35-38
tröstet mich ein wenig über meine Platinum-Niederlage hinweg. Denn
der kleine Mann von heute hüllt seine Füße in Rosa.
