Mittwoch, 19. Mai 2010

…im Drogeriemarkt meines Vertrauens…

… stelle ich zum wiederholten Male fest, dass es etwas nicht mehr gibt. „Etwas“ hat normalerweise folgende, hervorstechende Eigenschaften:

  1. Ich habe lange nach dem perfekten Etwas gesucht
  2. Ich verwende es schon seit Jahren
  3. Ich plante, es noch viele, viele, vieeeeeeeeeeele Jahre zu verwenden.

So. Da stehe ich nun vor dem Nichts, dem gähnend leeren Regal, wo sonst immer mein Haarshampoo zu finden ist. Beim ersten Mal reagiere ich noch mit beruhigendem Zweckoptimismus. Ist bestimmt nur ausverkauft. In ein paar Tagen ist das Regal wieder voll. Und das fehlende Zettelchen mit Produktname und Preis ist mir gar nicht aufgefallen.

Ein paar Tage später, beim zweiten Mal, ist das Regal tatsächlich wieder voll. Nur steht ein mir fremdes Haarwaschmittel drin, pastellfarben und angereichert mit frisch gepflückten Blüten und natürlichen Inhaltsstoffen aller Art. Ich weiß, ich muss jetzt stark sein. Und den Drogeriemarkt wechseln, denn bei der Konkurrenz nebenan sind sie sicher nicht so blöd, das perfekte Shampoo nicht mehr zu verkaufen. Man denke nur an die Umsatzeinbußen! Der Einkäufer hier ist ja so was von unfähig!!

Der Einkäufer nebenan leider auch. Erst jetzt erlaube ich der Wahrheit, ungeschminkt zu mir durchzudringen. Nie wieder. Schon wieder. Denn das aufgelassene Haarshampoo reiht sich ein in die lange Liste der Produkte, die mich im Laufe meines bisherigen Lebens verlassen haben: Duschgels, Parfums, Puder, Shampoos, Haarspray, Deos, Wimperntusche, Cremes, Lotionen, Salben, Zahnpasta, Süßigkeiten, Eis, Softdrinks, Strümpfe, ja, selbst vor meinem heißgeliebten DVD-Wandregal hat das schwedische Einrichtungshaus nicht Halt gemacht. „Benno“ ist Geschichte.

Vielleicht war ich ja die Einzige, die die wunderbare Vollkommenheit all dieser Produkte erkannt und sie auch gekauft hat. In meiner Erinnerung jedenfalls lebt ihr alle weiter - versprochen. Und jetzt kaufe ich dieses pastellfarbene Dingsbumsblütenzeug.