…war ich unterwegs in Sachen direkter Demokratie. Weil, ich wohne ja in Wien und da kann ich neuerdings mitbestimmen. Die Stadt hat mir einen bunten Zettel mit fünf Fragen zugeschickt (bei denen sie sich wahrscheinlich alleine nicht entscheiden kann) und den habe ich brav ausgefüllt (bei einer Frage konnte ich mich aber auch nicht entscheiden), in die erforderlichen zwei Briefumschläge eingetütet und ganz fest zugepickt. So einfach geht das. Toll, oder?
Und da sind wir auch schon beim eigentlichen Problem. Der finale Schritt zur Wahrnehmung meiner Bürgerrechte erfordert den Einwurf meines sorgsam verpackten Stimmzettels in einen Briefkasten, damit die liebe Post ihn dann der Stadt bringen kann, die sich dann freut und natürlich in meinem Sinn entscheidet. Ich war durchaus optimistisch, dass das zu schaffen ist, schließlich sind bei uns die Postkästen auffällig gelb und nicht rot-getarnt wie in Italien, wo ich noch jedes mal meinen Mist hineinschmeißen wollte (und umgekehrt).
So gerüstet spazierte ich guten Mutes die belebte Einkaufsstraße, an der ich wohne, entlang, meinen wachen Blick auf Hauswände und Straßenecken gerichtet auf der Suche nach der charakteristischen, knalligen Farbe und dem einladenden Briefeinwurfschlitz. Was soll ich sagen – meine weisen Antworten liegen immer noch in meiner Tasche. Ich konnte beim besten Willen keinen Postkasten finden, und ja, vielleicht war es ein klein wenig naiv zu glauben, die seien an einer Hauptstraße an jeder Ecke. Doch selbst an den geheimen Geheimstellen in Nebenstraßen und Seitengassen, zu denen ich dann extra gegangen bin, war kein Briefkasten mehr. Die sind alle v e r s c h w u n d e n ! ! !
Also wie jetzt von wegen „direkte“ Demokratie? Heißt das, dass ich meinen Stimmzettel direkt hinbringen soll? Warum haben die das nicht gleich gesagt? Nicht mir mir. Ich gebe nicht auf. Weil, eine Stelle kenne ich noch - ein todsicherer Tipp. Und ansonsten bleibt mir ja noch der italienische Weg.

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