...sitze ich in einem klassischen Frauenfilm. Wie ich da hineingeraten bin, spielt keine Rolle. Es ändert ja schließlich nichts daran, dass ich über mich ergehen lasse, wie sich die Protagonistin über zwei Stunden lang durch eine Sinnkrise isst, betet und liebt. Danach hat sie sich selbst gefunden und es geht ihr wieder supigut und alles ist in Butter.
Nachdem die im Film angebotenen Problemlösungsstrategien so gut funktionieren fange ich an zu überlegen, ob da nicht was für mich dabei wäre. Hmmm... essen. Jahaaa, DAS kann ich. Gern und wenn es sein muss auch viel. Wobei, Japanisch mag ich nicht so, außerdem habe ich eine Abneigung gegen alles, was glibbert oder Fangarme hat(te). Melonen brauche ich nicht unbedingt, mit Pilzen kann man mich jagen. Ach ja, und Gorgonzola finde ich total eklig.
Gut, also lassen wir das mit dem Essen. Allerdings, beten ist jetzt auch nicht so mein Ding. Ich bin altmodisch genug zu glauben, dass zu einem guten Plauscherl ein Gegenüber dazugehört, das hin und wieder auch was zum Gespräch beiträgt. So mangelt es mir an der nötigen Inbrunst, und für's Meditieren bin ich generell zu zappelig.
Bleibt noch lieben. Verlässliche Freunde, tolle Familie? Im Ernst jetzt, hab ich doch alles. Sägen zwar auch manchmal an meinen Nerven, aber das ist doch alles kein Grund zu so drastischen Massnahmen zu greifen wie essen oder beten.
Immerhin, nach zweieinhalb Stunden Kino mit lauter schluchzenden Sitznachbarinnen weiß ich: ich bin offenbar total verkorkst. Ich finde mich am ehesten in Spaghetti. Ich kann nicht stillsitzen, um mich mit dem Universum zu unterhalten. Ich steh auf die Leute, die mich umgeben. Was soll ich sagen: Gott sei Dank!

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