…bin ich mal wieder reingetappt: In einer Viertelstunde muss ich das Haus verlassen – da gehen sich noch ein kleiner Kaffee und flugs Email-Schauen prima aus, denke ich. Das, was danach passiert, nenne ich die „Nur-schnell-mal-eben-Falle“.
Fünfzehn Minuten Zeit und ich habe einen Plan. Während der Rechner hochfährt, macht mir die Espressomaschine den Kaffee. Mit dem fertigen Gebräu in der Hand setze ich mich an den Schreibtisch und stelle fest, dass der Computer zwar fertig, der Lüfter aber mal wieder nicht angesprungen ist (nein, ich will nicht drüber reden). Das bedeutet: Neustart, und kostet optimistisch geschätzte zwei Minuten.
Geht ja noch. Ich neustarte und nippe an meinem Kaffee. Einmal. Zweimal. Dreimal. Mir bleibt nichts anderes übrig, denn ich muss abwarten, bis die fünf Updates fertig sind, die ich letztes Mal übersprungen habe, weil ich es WIRKLICH eilig hatte (und auch darüber will ich nicht reden). Bei T minus sieben Minuten schmeiße ich die Nerven weg und drehe mitten im Update 3 von 5 die Kiste ab (und darüber will ich jetzt schon überhaupt gar nicht reden).
Neustart. Mein Kaffee ist ausgetrunken. Ich belauere den Computer, damit ich den Plattencheck überspringen kann, den er machen will, weil irgendein Idiot einfach ausgeschaltet hat. Schwer nervös betätige ich die beliebige Taste und zähle die endlos langen Sekunden (Minuten? Stunden?) bis ich mich endlich einloggen kann. Ich will doch nur schnell mal eben Email-Schauen, verdammt!
Schauen geht sich aus, lesen ist nicht drin. Ich muss los, bin grantig auf den Rechner, der beim nächsten Hochfahren stundenlang die Platte überprüfen wird, und auf die ungerechte Welt und auf mich selbst, die zugelassen hat, dass die „Nur-schnell-mal-eben-Falle“ erneut ohne erwähnenswerten Widerstand zugeschnappt ist. Dabei tarnt sie sich noch nicht mal besonders gut…
Bin gleich wieder da, ich geh nur schnell mal eben die Wäsche aufhängen.

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