Dienstag, 19. März 2013

...beim Channel-Hoppen...

...bleibe ich gänzlich unvorbereitet auf „W24“ hängen. Für alle, die das nicht kennen: „W24“ ist ein (der?) Wiener Stadtfernsehsender und bietet dem interessierten Zuseher Programmhighlights wie zum Beispiel „Guten Abend Wien“, „Guten Morgen Wien“ und „Mein Wien“.

Mich jedenfalls fesselt spontan „wien.at-TV“. Wir hatten ja Anfang März in Wien eine Volksbefragung, und „das wöchentliche Magazin der Stadt Wien“ klärt mich über die Details der dabei gestellten Fragen auf. Bei einer der Fragen geht es um die Entwicklung von Bürgerinnen-Solarkraftwerken.

Halt. Stop. Habe ich richtig gehört? BürgerINNEN-Solarkraftwerke? War da im gedruckten Wort auf dem Papier-Fragebogen nicht mal ein Binnen-I oder sowas ähnliches? Ich forsche nach. Und siehe da, auf dem Original-Stimmzettel der Stadt Wien lautet die Formulierung „Bürger/innen-Solarkraftwerke“. Das stellt natürlich den abgebrühtesten Moderator vor ungeahnte Herausforderungen.

Einfach so, wie der Kommentator von „wien.at-TV“, in „Bürgerinnen-Solarkraftwerk“ ein imaginäres Binnen-I sprechen und riskieren, dass sich die männliche Zuseherschaft diskriminiert fühlt? Oder vielleicht doch ein etwas umständlicheres „Bürger-und-Bürgerinnen-Solarkraftwerk“ riskieren? Oder, ich wage es kaum zu schreiben, den Hut drauf- und ein mutiges „Bürger-Solarkraftwerk“ raushauen?

Für mich klingen mittlerweile alle Varianten total dämlich. Ich bin gehemmt, sprachlich handlungsunfähig! Bin ich jetzt ein(e) BürgerIn? Oder ein/e Bürger/in? Oder, gesamt gesehen, „Bürger und Bürgerinnen“?

Im Endeffekt werde ich es wohl einfach mit Monty Python's „Das Leben des Brian“ halten. Ich denke da an Loretta. Die ist zwar ein Mann, hat aber trotzdem das Recht, Kinder zu bekommen. Das ist quasi wie bei mir. Denn ich bin zwar eine Frau, habe aber trotzdem das Recht, in der Alltagssprache aufs Gendern zu pfeifen.  

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