Mich jedenfalls fesselt spontan
„wien.at-TV“. Wir hatten ja Anfang März in Wien eine
Volksbefragung, und „das wöchentliche Magazin der Stadt Wien“
klärt mich über die Details der dabei gestellten Fragen auf. Bei
einer der Fragen geht es um die Entwicklung von
Bürgerinnen-Solarkraftwerken.
Halt. Stop. Habe ich richtig gehört?
BürgerINNEN-Solarkraftwerke? War da im gedruckten Wort auf dem
Papier-Fragebogen nicht mal ein Binnen-I oder sowas ähnliches? Ich
forsche nach. Und siehe da, auf dem Original-Stimmzettel der Stadt
Wien lautet die Formulierung „Bürger/innen-Solarkraftwerke“. Das
stellt natürlich den abgebrühtesten Moderator vor ungeahnte
Herausforderungen.
Einfach so, wie der Kommentator von
„wien.at-TV“, in „Bürgerinnen-Solarkraftwerk“ ein
imaginäres Binnen-I sprechen und riskieren, dass sich die männliche
Zuseherschaft diskriminiert fühlt? Oder vielleicht doch ein etwas
umständlicheres „Bürger-und-Bürgerinnen-Solarkraftwerk“
riskieren? Oder, ich wage es kaum zu schreiben, den Hut drauf- und
ein mutiges „Bürger-Solarkraftwerk“ raushauen?
Für mich klingen mittlerweile alle
Varianten total dämlich. Ich bin gehemmt, sprachlich
handlungsunfähig! Bin ich jetzt ein(e) BürgerIn? Oder ein/e
Bürger/in? Oder, gesamt gesehen, „Bürger und Bürgerinnen“?
Im Endeffekt werde ich es wohl einfach
mit Monty Python's „Das Leben des Brian“ halten. Ich denke da an
Loretta. Die ist zwar ein Mann, hat aber trotzdem
das Recht, Kinder zu bekommen. Das ist quasi wie bei mir. Denn
ich bin zwar eine Frau, habe aber trotzdem das Recht, in der
Alltagssprache aufs Gendern zu pfeifen.

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