Montag, 22. Februar 2010

...nach dem Skiurlaub...

...überkommt uns der alljährliche, übermächtige Drang nach Schokolade. Natürlich essen wir auch sonst hin und wieder gerne was Süßes, aber trotzdem ist die braune Gute-Laune-Medizin normalerweise kein Bestandteil unseres täglichen Ernährungsplanes. Aber ist ja auch egal. Was ich eigentlich sagen will: einmal im Jahr mache ich mich auf zum Supermarkt, um eine möglichst überdimensional große Tafel „Trauben-Nuss“ (aber nur, weil P. das so will!) in der allseits bekannten, einprägsam bunten Verpackung zu kaufen.

Und weil ich das nur einmal im Jahr mache, schaue ich mir dann auch wirklich an, was da so draufsteht auf meiner knalligen Riesenschoki. Klar, lauter knackige Nüsse drin. Ebenfalls total gesund aussehende Rosinen. Eine Kuh ist auch drauf, schöne Farbe. Und, schau, schau: „Garantiert 100% Alpenmilch“ – na, wenn das mal kein Versprechen ist!

Denn, bitte, was genau ist Alpenmilch?

Milch, in den Alpen frisch gezapft vom Bergbauern? Oder muss die Spenderkuh in der Alpenregion geboren sein? Ist das Fressen von sattgrünem Alpengras Voraussetzung für die Produktion von Original-Alpenmilch? Weil, das Gras könnte man ja unter Umständen auch exportieren. Es wäre natürlich auch möglich, dass die Durchschnittskuh nach einem dreitägigen Vor-Ort-Seminar „Alpenmilch zertifiziert“ wird. Was praktisch wäre, denn dann müsste man den edlen Tropfen nicht so weit durch die Gegend zur Schokoladefabrik chauffieren. Falls die nicht ohnehin am Berg oben steht. Aber was weiß schon ein einfacher Konsument wie ich.

Vielleicht ist es aber auch so, dass gewöhnliche Milch genau durch den Transport in die Alpen veredelt wird! Ja, und je weiter oben die Fabrik, desto höher der Alpen-Anteil der Milch. Das heißt: Schoko-Werk neben dem Gipfelkreuz - 100% Alpenmilch. Mittelstation - 50%. Und die Faulen, denen das Geschiss mit dem Berg zu mühsam ist, müssen halt mit stinknormaler Milch vorlieb nehmen. Ja!

Doch am Ende des Tages stelle ich mich der harten Realität: die Alpenmilch kommt höchst wahrscheinlich dort her, wo auch die Carmagnola-Minze wächst. Und das einzige, was mir garantiert wird, sind hundert Prozent, unpackbar viele Kalorien. Die werden nämlich neuerdings auf der Vorderseite angeführt.

Ich verschiebe die Tafel auf nächstes Jahr. Sollen doch die anderen dick und fett werden, ha. Und jetzt lese ich mir die Rückseite durch. Muh!

1 Kommentar:

  1. Als Ergänzung zum Thema noch ein kleiner, erbaulicher Link. Unter
    http://www.alpenmilch.at
    erfährt der unbedarfte Milchtrinker, was alles wirklich drin ist im weißen Nass :-).

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