Mittwoch, 17. März 2010

…auf dem Gehsteig…

…durfte ich wieder einmal bewundern, was aus einem Hund so alles rauskommen kann. Nicht, dass mich das persönlich näher interessieren würde, aber die in allen Nuancen zwischen dunkel- und rötlich-braun gefärbten Ausscheidungen der Wuffis aus der Umgebung pflastern meine Wege und sind daher recht schwer zu übersehen. Ganz selten, ich gebe es zu, erstarre ich leicht schaudernd in Ehrfurcht und frage mich, in was für einem Wesen diese Menge Zeug drinnen gesteckt haben könnte. Und was aus dem armen Tropf geworden ist, der die Misere sechs Meter weit (Wissentlich? Unwissentlich?) mit sich mitgeschleift hat.

Nun habe ich im letzten Jahr begonnen, vermehrt mit dem Roller zu fahren. Diese Art der innerstädtischen Fortbewegung habe ich zu schätzen gelernt: ich bin flink, wendig und wesentlich flotter an meinem Ziel, als es in der vor-rollerischen Zeit der Fall war. Lästiges Parkplatzsuchen fällt weg, und Angst vor Dieben, wie bei meinem heiligen Mountainbike, brauche ich auch nicht zu haben - Dank des praktischen Zusammenklappmechanismus’ trage ich meine zwei Räder immer bei mir.

Nachdem jetzt aber einerseits das Tauwetter die über den Winter hübsch konservierten Hundeexkremente der letzten Monate zu Tage gefördert hat und andererseits die Menschen wieder vermehrt Draußen spazieren gehen, ist Schluss mit schnell und wendig. Ich fahre Schlangenlinien auf einem Hindernisparcours besonderer Güte: schon der kleinste Fahrfehler oder nur ein Mini-Fehltritt um ein paar Zentimeter kann weitreichende Folgen haben. Wer jemals Hundescheiße aus Sohlen von Winterschuhen oder Kinderwagenprofilreifen rauskratzen musste weiß, wovon ich spreche.

Auch die Medien greifen die Problematik momentan auf: In der Zeitung fand sich vor ein paar Tagen ein Artikel über Hundebesitzer, die sich von der über die Kacke schlitternden und darob über sie, die Besitzer, wetternden Bevölkerung diskriminiert fühlen. Denn jene, die die Hauferln verantwortungsvoll wegräumen und ordnungsgemäß entsorgen, sind ja gar nicht schuld am omnipräsenten braunen Gatsch. Das stimmt natürlich. Und trotzdem richtet sich mein Unmut gegen den nächstbesten Hundebesitzer, wenn wir wieder mal auf der für Hunde verbotenen Wiese im Park nicht Fußball spielen können, weil alles vollgegackt ist. Ich kann nämlich nicht unterscheiden, aus welchem Hund das rausgekommen ist, was ich an meinen Schuhen pickend unfreiwillig mit nach Hause nehme.

Was bleibt? Vorsichtig fahren. Rücksichtsvoll sein. Nicht auf unschuldige Hunde schimpfen. Und ja nicht aufregen. Kann ja keiner was dafür.

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